Badener

Was sind Gelbfüßler Das Badnerlied
Die badische Revolution Übersetzungshilfen
Badisch als Kompaktkurs  


Geboren wurde ich am Fuße des Schwarzwaldes, also in Baden- Württemberg. Genauer gesagt im Ortenaukreis, noch genauer in einem Ort mit dem Namen Hofweier.  Das hört man immer noch an meiner Sprache. Sagen zumindest die "Pfälzer" und die "Saarländer". 

"Gell, Sie sin aussem Schwäbische", das bekomme ich ständig zu hören. Da könnte ich glatt einen Anfall kriegen. Das ist fast so schlimm als würde man zu  einem Bayern sagen, er wäre ein "Preiß".  Dabei unterscheidet sich die Sprache der Badener sehr von der schwäbischen Mundart. Vor allem in Südbaden bemerkt man die nahe Verwandtschaft mit dem Schweizer Dialekt. Anmerken möchte ich noch, dass sich die Dialekte von Ort zu Ort unterscheiden. Ein Kenner der Mundart wird Ihnen schon an den Ausdrücken  und an der Art wie der Ureinwohner Badens spricht, sagen können aus welchem Ort oder zumindest aus welcher Region er stammt. Ich muss es sagen wie es ist:  Alemannisch lernt man nur durch Geburt oder überhaupt nicht. "Neigschmaggde" können bestenfalls einige Worte lernen, den richtigen Tonfall treffen sie nie. 

 

Durch die heutige Mobilität verschwimmen diese Sprachgrenzen allerdings immer mehr. Das finde ich persönlich sehr schade.


Aber sind die Bewohner Badens denn nun Badener oder Badenser ? Das Wort Badenser ist eine Bezeichnung für die Bewohner von Baden, die heute meist als geringschätzig verwendet und von den Einheimischen auch so empfunden wird. Die Bewohner Badens legen heute oft Wert darauf, als Badener bezeichnet zu werden, auch wenn der Duden beide Formen als gleichwertig zulässt und sich die Bezeichnung aus dem Lateinischen badensis ableitet.
 

 

Zum Streit um die korrekte Benennung der Einwohner Badens:

Der Streit um die Zulässigkeit des Begriffs ist aber selten ernsthafter Natur; er wird meist augenzwinkernd im Zusammenhang mit lokalpatriotischen Auseinandersetzungen zwischen Badenern und Schwaben geführt. 

Wie sehr sich die Badener und die Schwaben lieben kommt vielleicht am besten in den verschiedenen Versionen des Badenerliedes zum Ausdruck. Wie? Sie kennen das Lied nicht? Lied anhören. 

Nun etwas zur Geschichte Badens und einige Links über Baden im allgemeinen. Klicken Sie sich doch einfach durch. Ich bin sicher, da ist einiges dabei, was auch Ihnen gefällt. 

 

Im ehemaligen Großherzogtum Baden  nahm im Jahre 1848/49 die sogenannte Deutsche Revolution ihren Anfang.  

 

Unter Führung der Advokaten Friedrich Hecker und Gustav Struve forderten sie unter anderem die Schaffung einer tatsächlichen Volkssouveränität, die Abschaffung der Adelsprivilegien, Volksbewaffnung und eine progressive Einkommensteuer. Damit stellten sie auch schon sozialrevolutionäre und sozialistische Forderungen auf. 

 

Lesen Sie hierzu "Die Forderungen des badischen Volkes 1847"

Natürlich muss bei einen Kampf immer auch ein Lied auf den Lippen getragen werden. Ein Kampflied der damaligen Zeit war das Heckerlied.

 

Der Text als PDF-Datei.

 

Ein ganz besonderer sprachlicher Leckerbissen ist 
WIKIPEDIA auf alemannisch

 

Ganz besonders liebe ich den Blog von Ulrike Derndinger in der Badischen Zeitung.


Downloaden Sie hier die TransBadenia.exe. Hier können Sie sich die speziellen Ausdrücke dann ins Hochdeutsche übersetzen. 

Falls Sie sich allerdings mit dem Gedanken tragen ins Volk der Badener aufgenommen zu werden, sollten Sie zuerst den Badenertest herunterladen. Wer den Test nicht besteht, sollte diese Webseite aufmerksam durchlesen sowie alle dazu gehörenden Links verfolgen . Er findet dann alle Informationen um den Test mit Bravour zu bestehen. Auf Wunsch kann man sich dann das badische Wappen ausdrucken lassen. 

 

Bevor man den Test nicht erfolgreich bestanden hat, sieht es mit der badischen Staatsbürgerschaft allerdings düster aus. Damit man diesen Test besteht, sollte man sich schon im Vorfeld damit auseinandersetzen. 

 

Natürlich dürfen auch Eingeborene diesen Test machen und eventuelle Wissenslücken unauffällig füllen. Wer weiß, möglicherweise kommt irgend so ein Hinterbänkler im Parlament mal auf die Idee dass ALLE Bürger eines Landes den Test bestehen müssen. Sonst droht Ausbürgerung und eventuelle Abschiebung nach weiß der Geier wohin.

Zum Einbürgerungstest Deutschland




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Was sind Gelbfüßler (Gelbfiaßler)? 

 

Gelbfüßler ist der Spitzname für die Badener. 
Aber woher kommt nun der Name? 
Es gibt dafür verschiedene Theorien: 

 

Manche sagen, das kommt daher dass die Badener gegen den Wind pinkeln würden. - Meines Erachtens ein völlig haltloser und unglaubwürdiger Versuch der Erklärung. 

 

Höchstwahrscheinlich von einem Schwaben in die Welt gesetzt um die Badener zu verunglimpfen!

 

Manche führen das auf die Bauernkriege zurück. Angeblich hätten die badischen Soldaten gelbe Hirschlederhosen oder Gamaschen angehabt. - Naja, auch diese Erklärung würde ich ins Reich der Fabel abtun. Man bedenke die Menge an Hirschen die für die Herstellung der Hosen hätten getötet und zu Leder verarbeitet werden müssen.  

 

Andere legen die Entstehung weiter in der Geschichte zurück: Mit meist unterlegener Truppenstärke vertreibt Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der legendäre "Türkenlouis", als Führer der Reichsarmee die Franzosen aus Süddeutschland, die Türken aus Ungarn und nimmt an der Schlacht am Kahlenberg im Jahre 1683 teil, dem endgültigen Sieg über die Türken, welche Wien belagerten. Und das alles mit Truppen, welche zum Teil in gelben Strumpfhosen gekämpft haben. -  

Rein patriotisch gesehen würde mir diese Erklärung am besten gefallen.

 

Eine weitere Theorie: Gelbfüßler sind ursprünglich eigentlich nur die Bewohner der ehemaligen Stadt Durlach (heute ein Stadtteil von Karlsruhe). Der Sage nach hatte der Markgraf von Baden einmal wieder den Zehnten erhöht (die Urform der Steuern), worauf die Durlacher Bauern erbost nach Karlsruhe zur 
markgräflichen Residenz marschierten, dort Wagenladungen voll Eier auskippten und mit den Füßen (!) zertrampelten. Davon hätten die Männer eben gelbe Füße bekommen. Im Laufe der Zeit haben dann geschichtsunkundige Schwaben den Begriff "Gelbfüßler" aber auf ganz Baden ausgedehnt ;-). - Ähnliche Aktionen der EG-Bauern mit Tomaten in Brüssel sind also gar nichts Neues. Analog hierzu, könnten natürlich jetzt die Amerikaner auf die Idee kommen, alle Europäer "Rotfüßler" zu nennen. 

 

Eine ganz ähnliche Geschichte erzählt man sich allerdings auch von den Bopfingern, wie man in der Geschichte von den sieben Schwaben nachlesen kann. 

 

Bopfingen liegt aber nicht in Baden sondern auf der Hohenlohe. Überhaupt beziehen sich frühe Erwähnungen des Worts "Gelbfüßler" immer auf Schwaben, 
allerdings zu einer Zeit als das Herzogtum Schwaben sich weit über Württemberg hinaus erstreckt hat und insbesondere auch Baden umfasste. Insofern sind die Badener eben auch Schwaben, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen und über die Schwaben schimpfen, wenn sie die Württemberger meinen. 

 

Ich habe sogar eine Zeitlang bei den Schwaben gelebt. Allerdings nur knapp 4 Jahre.

Sehr viel kann ich daher über die "Schwooba" nicht sagen. Das können andere sehr viel besser. Außerdem sollte ein Badener sich Fairerweise zurückhalten. Man kommt sonst leicht in Verdacht man wäre rassistisch, nicht wahr. Ich überlasse daher die Beschreibung des Schwabenlandes Leuten die mehr davon verstehen als ich.

Am treffendsten und schönsten habe ich die Beschreibungen der Schwaben auf den folgenden Seiten gefunden.

Schwabissimo - Die schwäbische Homepage

 

 


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Das Badnerlied

Das Badenerlied hat wie viele Volkslieder offizielle und inoffizielle Strophen. Offiziell werden nur die ersten vier Strophen gesungen. 


Das schönste Land in Deutschlands Gau'n, 
das ist mein Badner Land,
Es ist so herrlich anzuschaun, 
Und ruht in Gottes Hand.
Drum grüß' ich dich, mein Badner Land,
Du edle Perl im deutschen Land, deutschen Land,
Frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, mein Badner Land!

Zu Haslach gräbt man Silbererz, 
Bei Freiburg wächst der Wein,
Im Schwarzwald schöne Mädchen;
Ein Badner möcht' ich sein.
Drum grüß' ich dich ...

In Karlsruh' ist die Residenz,
In Mannheim die Fabrik,
In Rastatt ist die Festung,
Und das ist Badens Glück.
Drum grüß' ich dich ...

Der Bauer und der Edelmann,
Das stolze Militär,
Die schau'n einander freundlich an,
Und das ist Goldes wert.
Drum grüß' ich dich ...

Einige der inoffiziellen Strophen habe ich hier zusammengetragen. 

Alt Heidelberg, du Feine, du Stadt an Ehren reich,
am Neckar und am Rheine keine An´dre kommt dir gleich.
Drum grüß´ ich dich, mein Badner Land, 
du edle Perl im deutschen Land, deutschen Land !

Im Wiesental Fabriken stehn, 
wie Schlösser klar und hell;
Rauchfahnen aus Kaminen wehn, 
von Lörrach bis nach Zell.
Drum grüß´ ich dich, ...

In Offenburg sind wir zu Haus, 
die Stadt am Kinzigstrand - 
das Tor zum Schwarzwald auch genannt, 
im schönen Badner Land !
Drum grüß´ ich dich, ...

Zell-Weierbach ein gastlich Dorf 
da kehrt man gerne ein - 
und trinkt, sofern man Kenner ist, 
vom Abtsberg edlen Wein. 
Drum grüß´ ich dich, ...

Vom Odenwald zum Bodensee, 
entlang des Rheines Strand - 
umgrenzt von dunklen Tannenhöhn, 
liegt unser_schönes Badnerland !
Drum grüß´ ich dich, ...

Solang die Farben gelb-rot-gelb, 
bei uns am Maste wehn -
solang wird Deutschlands schönster Gau, 
das Badnerland_nicht untergehn !
Drum grüß´ ich dich, ...

In Durlach wächst der Trainsoldat, 
in Maxxau fließt der Rhein -
In Rintheim frißt man Specksalat, 
ich möcht ein Badner sein !
Drum grüß´ ich dich, ...

 

 

Das Lied wurde sowohl von den Fans des Freiburger SC, aber auch von denen des Karlsruher SC, als Schlachtgesang vereinnahmt. Der nachfolgende Text wird  häufig abgesungen wenn der VFB Stuttgart in ihren jeweiligen Stadien antreten müssen. Natürlich hört sich dann der Text weniger gemäßigt an. 

 

Kostprobe gefällig?

 

Ein Badner möcht ich auch gern sein,
Denkt sich so mancher Schwob,
Und weint dann still in sich hinein.
Er wird es nie - gottlob. 
Frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, mein Badner Land!

Von Schwaben unterdrücket, 
Aufs letzte ausgebeut,
Wer letzten Endes sieget, 
Sind die tapfern Badnerleut.
Frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, mein Badner Land !

In Sipplingen beim Seepumpwerk,
Da pumpt man Wasser raus,
Wir Badner pinkeln fröhlich rein,
Die Schwaben saufens aus.
Frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, mein Badner Land !

In Maxau fließt der Rhein noch blau,
In Mannheim wird er grau,
Da fließt der dreckig Neckar rein,
Die alte Schwabensau.
Frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, mein Badner Land !

Man merkt, daß wir kei' Schwabe sind,
Und wißt ihr auch warum?
Mir denken erst und schaffe dann,
Bei der Schwabe isch des andersrum.
Frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, mein Badner Land !

In Karlsruh' spielt der KSC,
In Freiburg der SC. 
In Stuttgart gurkt der VfB! 
Oh weh, oh weh!
Frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, frisch auf, mein Badner Land!

 

 

Die Stuttgarter antworten im Gegenzug mit diesem Text: 

 

"Der Schwabe schafft, der Badener denkt."
Das ist ja g'rad der Graus!
Denn leider kommt bei seinem Denken
selten etwas Gutes raus.

Refrain:
Drum stimmet alle mit mir ein:
Ein Schwabe müsste man halt sein!
Gib's auf, gib's auf gib's auf,
gib's auf gib's auf, oh Badnerland!

Ein Schwabe, mal ganz abgeseh'n
davon, dass er mehr schafft,
hat im Vergleich zum Badener
auch meist die gröss're Geisteskraft.

Denn was hat ein Badenser denn
gewöhnlich in der Birn'?
Meist nur in einem hohlen Raum 
ein' Zettel, und auf dem steht: "Hirn"

Dass Baden nichts zu melden hat,
das liegt nun mal daran,
dass nie ein Mensch mit gelben Füß'
dem Schwab' das Wasser reichen kann.

Der Mensch stammt halt vom Affen ab;
das seh' ich ganz genau,
wenn ich im Wildparkstadion
die Fans des KSC anschau'.

Ihr Badener, wir bitten euch,
schreibt's euch hinter die Ohr'n:
Ein Mensch mit gelben Füßen hat
in deutschen Landen nichts verlor'n!

Ob Bad'ner besser Hochdeutsch können,
ist dem Schwaben gleich.
Denn ob auf Badisch oder Hochdeutsch
schwätzt ein Bad'ner eh meist Seich.

 

Wie man sieht, die Badener und die Württemberger lieben sich heiß und innig :-) 

 

 

 

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Badisch - Deutsch

Da es zwischen denen, die der badischen Sprache mächtig sind und jenen von außerhalb der Landesgrenzen oft zu Kommunikationsproblemen kommt, hier ein paar Übersetzungshilfen.

 

Badisch Deutsch
   
Babbedeggl Pappe / Pappkarton, auch Führerschein
Bebbichs Gudsl klebriges Bonbon
Beddebbich (Woll-) Decke im Bett
Beggergsell Bäckergeselle

Bixemilich

Dosenmilch
Blanierraub Planierraupe
Blaschdiggugg Plastiktüte
Bollemiz Strickmütze
Botschamber Nachttopf
Brägili Bratkartoffeln
Bruddler mürrischer Mensch
brunze pinkeln
Brunnebudser Brunnenputzer
Budslumbe Putzlappen
Chenschderli, Kenschderli Küchenschrank
Chuchi oder Kuchi Küche
Debbich (Woll-) Decke
Debbichbadscher Teppichklopfer
Dehaim zu Hause
d'Fies die Füße, Beine, die gehen bei einem Badener von der großen Zehe bis zur Leiste. Merke: Ein Badener hat keine Beine!
dodrannena da vorne hin
doniwwer da hinüber
drebble, ummenanderdrebble treten, hin und herlaufen
Droddwar Gehsteig
d'Sids sin nass Die Sitze sind nass
Eggepfezzer Polizei / Polizist
Eiwigglbabier Einwickelpapier
Fasenachder Faschingsnarr
Forzdrogge sehr trocken
Gaddehidd Gartenhäuschen
Gebabbl Gerede
Gfrees Gerümpel
Gleiderbigl Kleiderbügel
Glotzbebbele, Glotzer Augen
Glumbatsch Zeug, Krempel
Gnidsegrodd oder gleini Grodd nettes Mädchen
Grumbeere oder Erdepfel Kartoffeln
Gwetsche Zwetschgen
Hagsaicher Heckenpisser
Haidaggl Depp
Hajo badisches Universalwort
Hobbele Kiefernzapfen
Howwel altes Motorrad
Huschdeguzl Hustenbonbon oder kleines Auto
Kicheschurz Küchenschürze
Kichewoog Küchenwaage
Kusseng Cousin
Labb oder Gosch Mund
Labbe Wischtuch, auch Führerschein
Labbeduddel tolpatschiger Mensch
Laddehag Lattenzaun
Lumbegrodd Göre
Maulschell Maulschelle / Backpfeife
Moggele oder Moggeli molliges Kind
Mugg Fliege
Nozuus Hinweg
Ollwer (-niggl) grob (-er Mensch)
Oxeaug Ochsenauge, auch Spiegelei
Perigg Perücke
Raddegiggl Radiergummi
Reihafe Rheinhafen
Schbordler Sportler
Schessloh Sofa
Schlabbe (Haus-) Schuh / Autoreifen
Schlecksel Marmelade
Schloofer Schlafmütze
Schloze rauchen, auch trinken
Schlozer Lutscher
Schnoog Schnake
Schrubfer oder Schdrupfer Bodenschrubber
Seller der / das
Simbl Depp
Spinnehuudel Spinnennetz
Uffschnitt 5 verschiedene Wurstsorten, Aufschnitt
Uffrabble aufrappeln
Vergrumpfld zerknüllt, faltig
vorlauda aus lauter ...
Xangbuech Gesangbuch
Zäpfle oder Dannezäpfli 1 Flasche Rothaus Tannenzäpfle, (das Mädel auf dem Etikett heißt übrigens "Birgit Kraft")
   
Wochentage  
Sunndig Sonntag
Mändig Montag
Zischdig Dienstag
Midwoch Mittwoch
Dunschdig Donnerstag
Friddig Freitag
Samschdig Samstag
Wergdigg Werktag
Fierdig Feiertag
































































































































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Die wichtigsten Daten der Badischen Revolution im Überblick 

Entnommen aus dem Veranstaltungskalender des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg zur 150-Jahr-Feier .

 

Die Forderungen des badischen Volkes am 12. September 1847

 

12.09.1847 Offenburg
Die Versammlung der "Entschiedenen Freunde der Verfassung" im Gasthaus Salmen verabschiedet ein Programm mit 13 Forderungen des Volkes 


15.09.1847 (ca.) Schwetzingen
Der Arzt Dr. Heinrich Tiedemann, Ehemann von Heckers Schwester Anna Maria, organisiert einen Demonstrationszug, bei dem eine schwarz-rot-goldene Fahne 
mitgeführt wird, die bei der Revolution 1918 nochmals zum Einsatz kommt. 


27.02.1848 Mannheim
Volksversammlung, an der etwa 2.500 Personen teilnehmen. 


02.03.1848 Tübingen
Versammlung von Professoren, Studenten und Bürgern im Akademischen Reithaus, Wilhelmstraße. Mehr als 1.000 Bürger unterzeichnen die Petition von Ludwig Uhland mit Forderungen nach Volksbewaffnung, Pressefreiheit, Parlament u.a. an König und Regierung. 


05.03.1848 Heidelberg
Versammlung von 51 Ständevertretern im Badischen Hof, die - von einer großen Menschenansammlung begleitet - eine Erklärung zur Einberufung eines 
Vorparlaments nach Frankfurt verabschiedet. 


05./06.03.1848 Mülheim
"Müllheimer Krawalle": Gewaltsame Ausschreitungen gegen Juden, die etwa 12 Prozent der Stadtbewohner ausmachen. 


05./06.03.1848 Niederstetten
Aufständische Bauern setzen die Domänenkanzlei des Fürsten von Hohenlohe-Jagstberg in Brand und vernichten standesherrliche Akten. 


08.03.1848 Mosbach
Aufständische Bauern fordern die Aufhebung der Feudallasten vor dem Leiningenschen Rentamt im heutigen Stadtteil Neckarelz. 


08.03.1848 Donaueschingen
Volksversammlung mit 4.000 Teilnehmern auf den Rübäckern, dem späteren Bahnhofsstadtteil. 


09.03.1848 Buchen
Aufständische Bauern aus dem Odenwald stürmen das fürstlich-leiningensche Rentamt und verbrennen Akten. 


09.03.1848 Stockach
Volksversammlung des Seekreises, des Hegaus, der Baar und des Heubergs mit etwa 6.000 Teilnehmern. Zentrales Thema ist der Selbstschutz der Bürger vor Regierungswillkür unter der Parole: "Wer keine Flinte hat, mache die Sensen gerade". 


10.03.1848 Mudau
Nachdem am Vortag die Akten im Rentamt Ernsttal verbrannt worden sind, überreichen zwischen 800 und 3.000 bewaffnete Bauern in Amorbach einen 
Forderungskatalog, der den Verzicht des Fürsten von Leiningen auf alle standesherrlichen Vorrechte zum Ziel hat. 


10.03.1848 Hardheim
Aufständische Bauern stürmen den "Schüttungsbau", den Kornspeicher des Fürsten von Leiningen, nehmen 1.500 Malter (über 100 Tonnen) Getreide mit und verbrennen Akten und Urkunden. 


11.03.1848 Künzelsau
Bauern fordern die Herausgabe der rentamtlichen Bücher des Fürsten von Hohenlohe-Oehringen. 


11.03.1848 Hechingen
1500 aufständische, z.T. mit Sensen, Stöcken und Pistolen bewaffnete Bauern fordern vom Fürsten, der von Hechinger Bürgern ins Rathaus geleitet wird, seine 
Zustimmung zur "Schlatter Petition", die u.a. die Beseitigung der Feudallasten beinhaltet. 


13.03.1848 Altensteig
Bürger wenden sich an den württembergischen König Wilhelm I. mit der Forderung, die Bevölkerung von den Lasten und Abgaben an die Freiherren von Gültlingen zu befreien und deren Sonderrechte zu beseitigen. 


14.03.1848 Villingen-Schwenningen
Zweite Volksversammlung für den Oberamtsbezirk in Villingen, bei der die fast 3.000 Teilnehmer schwarz-rot- goldene Kokarden an ihren Hüten tragen. Der 
liberale Abgeordnete Karl Mathy darf sprechen, wohingegen der Republikaner Joseph Fickler Redeverbot erhält. 


18.03.1848 Lahr
Erste Ausgabe (Probeblatt) der republikanischen Zeitung "Schutterbote", die regelmäßig ab 1. April erscheint. Herausgeber ist Johann Friedrich Rost, ein 
Vetter des Mitorganisators des Hambacher Festes, Philipp Jacob Siebenpfeiffer. 


21.03.1848 Tuttlingen
Volksversammlung, zu der der wenige Tage vorher von dem Buchhändler Sixt Ludwig Kapff gegründete Bürgerverein aufgerufen hat. 


26.03.1848 Freiburg
Volksversammlung mit etwa 25.000 Teilnehmern auf dem Münsterplatz, bei der Carl von Rotteck und Gustav Struve eine Rede halten. 


30./31.03.1848 Bühl
Gewaltsame Ausschreitungen gegen Juden. Bürgerversammlung fordert die Juden auf, auf ihr Bürgerrecht zu verzichten. 


02.04.1848 Achern
Volksversammlung im Gasthaus "Zur Republik", das nach der Revolution in "Zur Hoffnung" umbenannt worden ist. 


02.04.1848 Kirchheim unter Teck
Erste Volksversammlung im Freihof, an der etwa.500 Menschen teilnehmen. 


08.04.1848 Leonberg
Auf einer Wahlveranstaltung zur Landtagswahl mit dem Weilimdorfer Landtagskandidaten Friedrich Notter wird ein Verein zur "Besprechung vaterländischer Angelegenheiten" gegründet, der allerdings schon wenig später "kein Lebenszeichen (mehr) von sich gibt", wie im Stadt- und Amtsboten vom 2. Juni beklagt wird. 


09.04.1848 Walldürn
Im Zuge der Bauernunruhen wird das Geschäft des jüdischen Kaufmanns Aaron Sender in der Hauptstr. 50 geplündert. Türen und Fenster des katholischen 
Pfarrhauses werden zertrümmert, um Stadtpfarrer Faulhaber zum Verzicht auf einen Großteil der jährlichen Holzlieferung der Gemeinde zu zwingen. 


12.04.1848 Überlingen
Volksversammlung mit etwa 600 Teilnehmern in der Franziskanerkirche. Gustav Struve, der gerade mit dem Dampfschiff aus Konstanz gekommen ist, erläutert die "Offenburger Beschlüsse" der Zweiten Volksversammlung vom 19. März (Bildung Vaterländischer Vereine und Bestimmung Heckers zum Obmann) und ruft zum Aufstand auf. 


13.04.1848 Konstanz
Aufbruch des Heckerzuges mit etwa 50 bewaffneten Männern mit Ziel Karlsruhe. 


15.04.1848 Lottstetten
Die Rheinkolonne unter Führung des Engelwirts Joseph Weißhaar bricht auf, um sich dem Heckerzug anzuschließen. 


16.04.1848 Singen
200 Mann schließen sich der Kolonne unter Franz Sigel an. Ihr Kommandeur Anton Schrott soll bei der Niederlage vor Freiburg den Befehl gegeben haben: ,Wer vu Singe isch, wirf's Gwehr und d'Säges furt und renn mir noch..." 


20.04.1848 Kandern
Gefecht auf der Scheideck bei Kandern. Zerschlagung des Freischarenzugs Friedrich Heckers durch badisches und hessisches Militär. Hecker hatte die 
Verstärkung durch die "Deutsche Legion", die ihm Emma Herwegh angeboten hatte, zunächst abgelehnt. 


21.04.1848 Schopfheim
Nach der Einquartierung des Heckerzuges und der 2.500 Mann umfassenden Kolonne von Franz Sigel, überlegen konservative Bürger, für den Fall eines weiteren Freischareneinfalls große Feldsteine von den oberen Stockwerken auf die "Roten" zu werfen. 


22.04.1848 Böblingen
Trotz einer großen Volksversammlung im Rathaus bleibt es im Städtchen ruhig, was einer Anekdote nach der energischen Wirtin des Gasthauses "Dinkelaker" zu verdanken ist, die den Nille-Fritz, als dieser zur Revolution aufrief, bei den Ohren nahm: "Horchet Fritz, sitzet na' ond send mer still, oder i schmeiß euch 
naus!" 


22./23.04.1848 Breisach
Nachdem die Mobilisierung für den Heckerzug gescheitert ist, schließen sich einige Bewaffnete aus dem heutigen Stadtteil Güntlingen der Freischärlerkolonne  unter Franz Sigel und Gustav Struve an, die sich auf dem Weg nach Freiburg befindet. 


25.04.1848 Weil am Rhein
250 deutsche Handwerksgesellen aus der Schweiz und Frankreich besetzen auf der Suche nach Herweghs "Pariser Legion" die "Schusterinsel" im Rhein. Die 
Einwohner von Weil versorgen sie mit Proviant. 


25./26.04.1848 Murrhardt
Ferdinand Nägele wird als einziger Handwerker in die Nationalversammlung gewählt nach dem Motto Justinus Kerners "Nicht Doktors, nicht gelehrte Geister! Wir wählen diesen Schlossermeister; Er schlag mit Hämmern klein und groß, Ganz Deutschland seine Fesseln los!" 


26.04.1848 Biberach
Im Wahlbezirk Biberach-Leutkirch wird Constantin Fürst von Waldburg-Zeil-Trauchburg in die Nationalversammlung (Vorparlament) gewählt, wo er mit den "Linken" stimmt. Seinen Wahlerfolg hat der "rote Fürst" den Bauern zu verdanken, die mehrheitlich für ihn stimmen, da er sich für ihre Rechte einsetzt. Wegen "Beleidigung der Staatsregierung" muss er am 1. November 1850 eine Haftstrafe auf der Festung Hohenasperg antreten. 


07.05.1848 Winnenden
Der Versuch, eine Bürgerwehr zu organisieren, ist in Ermangelung geeigneter Schusswaffen von wenig Erfolg gekrönt: Schon nach der ersten Exerzierübung müssen 55 von 276 Mann wegen Ausbleibens verwarnt und mit einer Geldbuße belastet werden. 


12.05.1848 Nagold
"Nagolder Excess": Nach der Wahl des liberalen Engel zum neuen Schultheißen, der den Konservativen Belling ablöst, sollen Anhänger Engels nach der 
Siegesfeier Bürger des anderen Lagers auf der Straße verprügelt haben. 


18.05.1848 Calw
Karl Mathy, der in Baden nach der Verhaftung des Republikaners Joseph Fickler nicht auf ein Mandat hoffen konnte, vertritt von nun an den württembergischen 
Wahlkreis Calw-Neuenbürg in der Nationalversammlung. 


07.06.1848 Waldshut-Tiengen
Friedrich Hecker, der bereits im Schweizer Exil ist, wird im Wahlbezirk Tiengen in die Nationalversammlung gewählt. Nachdem die Nationalversammlung die Wahl Heckers für ungültig erklärt hat, bleibt Tiengen ohne Vertretung in der Nationalversammlung. 


12.06.1848 Friedrichshafen
Volksversammlung mit etwa 5.000 Teilnehmern, zu der nicht zuletzt das, Württembergische Seeblatt" des Redakteurs Carl Ignaz Schabet mobilisiert hat.


15.06.1848 Weinsberg
Sympathiekundgebung für verhaftete Wortführer des Bauernaufstandes vor dem Oberamt. Am 1. November 1850 muss der Sohn des Weinsberger Arztes und Dichters Justinus Kerner, Theobald, wegen "Anstiftung zum Hochverrat" eine zehnmonatige Haftstrafe auf der Festung Hohenasperg antreten. 


21.06.1848 Eppingen
Kundgebung badischer und württembergischer Demokraten auf den Ölwiesen im heutigen Stadtteil Kleingartach. 


27.06.1848 Ulm
"Schiffskrawall": Eine demokratische Versammlung im Gasthaus "Schiff' wird von württembergischen Regierungstruppen blutig niedergeschlagen. Davon, dass sich die Ulmer Bürger dem gewaltlosen Widerstand verschrieben haben, zeugt der Einsatz von Heubarrikaden gegen das 3. Infanterieregiment ein Jahr später. 


05.08.1848 Asperg
Der erste 48er, Adolf Majer, Redakteur der Heilbronner Zeitung "Das Neckardampfschiff", wird wegen der ihm zur Last gelegten "revolutionären Umtriebe" auf der Festung Hohenasperg inhaftiert. 


15.08.1848 Oberkirch
Volksversammlung. Nachdem der radikale Republikaner Friedrich Frech vermutlich im Juli 1849 nach Amerika fliehen musste, erwirbt dessen Sohn Friedrich Raimund 1876 das Haus in der Apothekergasse. Seit 1990 wird "'s freche Hus" als Kulturzentrum genutzt. 


03.09.1848 Aalen
Bei der Fahnenweihe, an der etwa 5.000 Menschen teilnehmen, überreichen "Jungfrauen mit schwarz-rot-goldenen Schärpen" der Bürgerwehr die Fahne. Bereits im März 1848 vermerkte Oberamtmann Bürger in einem Rapport nach Stuttgart: "Die Weiber mischen sich auch in die Sache, und das ist immer schlecht." 


21.09.1848
Ausrufung der "Deutschen Republik" durch Gustav Struve. 


22.09.1848 Schliengen
Der Revolutionär Friedrich Neff aus Rümmingen beschlagnahmt die Eisenbahnkasse mit 1.300 Gulden auf dem Bahnhof, dem Endpunkt der Rheintalbahn, an der die 
Truppentransporte ankamen, die gegen die Erhebung Heckers und Struves eingesetzt wurden. 


22.09.1848 Ettlingen
Eisenbahnattentat: Gleise werden demoliert. Der Gemeinderat und spätere Bürgermeister Philipp Thiebauth wird der Anstiftung zur Eisenbahnsabotage beschuldigt und aufgrund einer Denunziation verhaftet. 


22./23.09.1848 Friesenheim
Eisenbahnattentat: Schienen werden aufgerissen, um den Transport von Truppen aus Karlsruhe ins badische Oberland zu verhindern. 


23.09.1848 Weinheim
Eisenbahnattentat: Anschlag auf die Main-Neckar-Bahn, bei der ein Truppentransport von Darmstadt nach Heidelberg - zwei Tage nach Beginn des Struveputsches - verunglückt. 


24.09.1848 Staufen
Gefecht, bei dem Struves Freischaren von badischen Regierungstruppen zerschlagen werden. Seine Frau Amalie nimmt an allen Unternehmungen ihres Mannes teil und wird nach der Niederschlagung des Septemberaufstandes wegen "Hochverrats" im Freiburger Gefängnis inhaftiert. 


24.09.1848 Ravensburg
Volksversammlung mit fast 6.000 republikanisch gesinnten Teilnehmern aus Oberschwaben. 


24.09.1848 Rottweil
Der Gaildorfer Fabrikant Gottlieb Rau ruft etwa 4.000 Zuhörer in der Oberen Hauptstraße zum bewaffneten Zug nach Cannstatt auf, wo für den 28. September eine Volksversammlung geplant ist. 


25.09.1848 Wehr
Verhaftung von Gustav Struve im Gasthaus "Krone". 


26.09.1848 Balingen
Der im nachhinein als "Zwetschgenfeldzug" belächelte Freischarenzug aus Rottweil unter Führung von Gottlieb Rau erreicht sein Ziel Cannstatt nicht, sondern löst sich vorher auf. Rau u.a. Teilnehmer werden auf der Festung Hohenasperg inhaftiert. 


26.09.1848 Sigmaringen
Nachdem sich zwei Tage zuvor Tausende vor der Tribüne mit einem weiß-schwarz bemalten Kürbis als Symbol Hohenzollerns, in dem ein Schwert steckte, in Trillfingen versammelt haben, findet eine Volksversammlung in Sigmaringen statt. Fürst Karl Anton flieht. 


28.09.1848 Angelbachtal
Der in Eichtersheim als Sohn eines Rentamtmannes aufgewachsene Friedrich Hecker verbringt seinen 37. Geburtstag auf der Überfahrt nach Amerika auf dem Schiff "Hermann". 


30.09.1848 Wertheim
Als drei Bürgermeister im Namen von neunzehn Gemeinden der ehemaligen Grafschaft Wertheim um die Erlassung einiger alter Abgaben bei Erbprinz Adolf zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, auch als Bannerführer der Bürgerwehr vorsprachen, sollen sie als Antwort erhalten haben: "Ja, ja! Ihr bekommt nichts. Der Fürst Löwenstein scheißt nicht in die Hosen!" 


24.11.1848 Baden-Baden
An der Gedenkfeier zu Ehren des am 9. November in Wien standrechtlich erschossenen Revolutionsführers und Abgeordneten Robert Blum nimmt ein Drittel der Einwohner des "größten Kurorts Deutschlands" teil. Frühjahr 1849 Bad Rappenau Gründung des demokratischen Volksvereins, dem auch viele Juden beitreten, im heutigen Ortsteil Obergimpern, damals ein Dorf mit 1.200 Einwohnern, von denen etwa 10 Prozent Juden sind. 


22.04.1849 Esslingen
Volksversammlung mit dem Ziel, den württembergischen König Wilhelm I. zur Anerkennung der Reichsverfassung zu bewegen. Drei Tage später wird in Stuttgart die Verfassung verkündet. 


24.04.1849 Ludwigsburg
König Wilhelm I. von Württemberg nimmt (als einziger der größeren deutschen Fürsten) im Residenzschloss die Reichsverfassung an auf Druck des Ministeriums unter Friedrich Römer, das ihm von Stuttgart nach Ludwigsburg gefolgt ist. 


12.05.1849 (ca.) Ettenheim
Gründung eines der ersten politischen Frauenvereine im Land durch Antonia Maria Stehlin. Erste Aktion der ca. dreißig Mitglieder ist die Herstellung einer 
roten Fahne für den Demokratenverein. 


12./13.05.1849 Kehl
Volksversammlung, bei der die Demokraten zur bewaffneten Durchsetzung der Reichsverfassung aufrufen. Nach dem Soldatenaufstand in Rastatt vom 11./12. Mai werden die in Kehl stationierten Soldaten zum Übertritt auf die revolutionäre Seite aufgefordert. Zur gleichen Zeit findet in Offenburg die dritte  Volksversammlung mit 30.000 Teilnehmern statt. 


13.05.1849 Karlsruhe
Flucht des Großherzogs Leopold nach Ausbruch von Militärmeutereien in badischen Garnisonen. In demselben Jahr besticken Henriette Obermüller und andere Frauen eine rote Fahne mit der Aufschrift "Durlachs Democratinnen den Turnern 1849 - Siegen oder Tod". 


13./14.05.1849 Bruchsal
Nach der Flucht des Großherzogs werden die politischen Gefangenen, darunter Gustav Struve, der wegen Überfüllung im "Weiberzuchthaus" untergebracht war, aus dem Zuchthaus befreit. 


14.05.1849 Neckargemünd
Volksversammlung auf dem Dilsberg, die der über 100 Mitglieder zählende Volksverein organisiert. 


15.05.1849 Haslach im Kinzigtal
Volksversammlung vor dem "Fürstenberger Hof". Vom Balkon des Hotels rufen der evangelische Dekan Adolf Gerwig und Genovefa Eisenmann, die "kleine, lebhafte" Frau des Schneiders Wendelin Eisenmann, zur Revolution auf. 


15.05.1849 Ladenburg
Der geplante Neckarübergang der letzten dem Großherzog treu gebliebenen Truppen unter Oberst Hinkeldey, die über den Neckar nach Norden entkommen wollen, scheitert an der Bürgerwehr, die sich ihnen entgegen stellt. 


17.05.1849 Haßmersheim
Die Bürgerwehr verfolgt die dem Großherzog treu gebliebenen badischen Dragoner. Bei dem Versuch, die Offiziere, die sich nach Württemberg abgesetzt haben, zu stellen, kommt ihr die Heilbronner Bürgerwehr zuvor und gibt den Offizieren freies Geleit. 


20.05.1849 Waldkirch
Volksversammlung 


27./28.05.1859
Auf der Pfingstversammlung sprechen sich 20.000 Bürger für die Verteidigung der Reichsverfassung aus und fordern die württembergische Regierung auf, sich der badischen Revolution anzuschließen. 


02.06.1849 Bretten
Eine Schar von Brettenern zieht zur Landesgrenze, hebt den badischen Grenzstock - das Symbol der verhassten Kleinstaaterei - aus und trägt ihn im Triumphzug zum Marktplatz. 


05.06.1849 Heilbronn
Die Turnerwehr unter Kommandeur August Bruckmann, Sohn des Silberfabrikanten, rückt zur Unterstützung der Revolution nach Baden an die Neckarfront aus. 


06.06.1849 Stuttgart
Nach Auflösung der Frankfurter Nationalversammlung findet sich das "Rumpfparlament" mit den verbliebenen 104 Abgeordneten, davon 21 aus Württemberg, zu seiner ersten Sitzung im Halbmondsaal der Ständekammer zusammen. Am 18. Juni wird es von württembergischem Militär auseinandergejagt. 


13.06.1849 Gengenbach
Nach dem Soldatenaufstand in der Festung Rastatt am 11./12. Mai schicken Frauen gesammelte Kleidungsstücke, Verbandsmaterial und Nahrungsmittel in die republikanische "Freiheitsfestung". 


21.06.1849 Waghäusel
Bei der Schlacht nahe der Zuckerfabrik erfährt die badisch-pfälzische Revolutionsarmee durch die preußischen Truppen eine empfindliche Niederlage und zieht sich an die Murglinie zurück. 


22./23.06.1849 Sinsheim
Als Freischärler die Todesstrafe für den später berühmt gewordenen Physiker Robert Mayer fordern, lässt ihn Franz Sigel frei mit der Bemerkung: "... alle 
Reaktionäre könne er doch nicht erschießen lassen." 


24.06.1849 Freudenstadt
250 Freudenstädter ziehen zum großen Feld bei Grünmettstetten, wo die Freischärler vom oberen Neckartal zu denen vom Schwarzwald stoßen sollten und von dort aus weiter nach Stuttgart, um das Ministerium Römer zu stürzen. 


24.06.1849 Ubstadt
Während des Gefechts mit den Preußen verschanzen sich einige badische Revolutionäre, die von der Revolutionsarmee Mieroslawkis abgeschnitten sind, in Ubstadt. Zwei der im Turm der Pfarrkirche verschanzte Freischärler werden von preußischen Soldaten vom Kirchturm geworfen. Dem einen werden dabei, weil er sich festhalten will, beide Hände abgehauen. Noch im Fallen wird er von preußischen Kugeln durchsiebt. Er ist nicht der einzige, der von den Preußen 
erschossen wird. 


29.06.1849 Gaggenau
Niederlage der badischen Revolutionsarmee. Der Dichter Gottfried Kinkel wird verwundet und gerät in preußische Gefangenschaft. 


29.06.1849 Gernsbach
Gefecht an der Murg zwischen der badischen Revolutionsarmee und den Bundestruppen, die schließlich die Stadt einnehmen. 


29.06.1849 Malsch
Kronprinz Wilhelm, der von den Revolutionären als "Kartätschenprinz" bezeichnete Oberbefehlshaber der preußischen Truppen, schlägt sein Hauptquartier im Haus des Apothekers und inzwischen geflohenen Vorsitzenden des Volksvereins Kohlreuter auf. 


23.07.1849 Rastatt
Kapitulation der Festung Rastatt nach über dreiwöchiger Belagerung durch preußische Truppen. 5.500 Freiheitskämpfer, die sich dort verschanzt hatten, werden in den Kasematten gefangen gesetzt, 19 fallen den Standgerichten zum Opfer, unter ihnen Ernst Elsenhans, der Herausgeber und Redakteur des "Festungsboten".  Am 28. Juli gelingt es Carl Schurz als einem der wenigen, aus der von den Preußen abgeriegelten Festung durch einen Abwasserkanal zu entkommen. 


09.08.1849 Rümmingen
Der aus Rümmingen stammende "rote Republikaner" Friedrich Neff wird "wegen Anstiftung zum und Teilnahme am hochverräterischen Aufruhr im Großherzogtum Baden"  von einem Freiburger Standgericht zum Tod durch Erschießen verurteilt. 


26./27.08.1849 Nürtingen
Infolge der Sympathiekundgebung für den aus der Untersuchungshaft auf der Festung Hohenasperg entlassenen Ratsschreiber Winterle kommt es zum Einsatz von Militär, Auflösung der Bürgerwehr und zahlreichen Verhaftungen. 


14.09.1849 Pforzheim
Andreas Counis wird wegen "Meuterei, Hoch- und Landesverrat" von einem Standgericht zum Tode verurteilt und am nächsten Tag hingerichtet. 






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